Kfz-Versicherung

Schlüsselkratzer und Co – Wer zahlt bei Vandalismus?

Clara von der Ropp, 15 Januar 2018

Eigentlich kennt man es nur aus dem Film: Eifersüchtige Liebhaber, die mit dem Schlüssel Botschaften auf der Motorhaube hinterlassen, aufgestochene Reifen oder eingeworfene Scheiben. Doch leider ist Vandalismus in Deutschland gar nicht so selten. Mehr als 200.000 Fälle werden jedes Jahr gemeldet. Wir erklären dir, wie du am besten vorgehst, wenn dein Auto Opfer mutwilliger Zerstörung wurde.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Haftpflichtversicherung kommt nicht für Vandalismus-Schäden auf
  2. Teilkasko kommt nur unter gewissen Umständen für Reparaturen auf (Brand, Glas)
  3. Vollkasko deckt viele Schäden ab, führt jedoch zu einer Höherstufung

Was tun? Schritt für Schritt Anleitung

Wenn man entdeckt, dass das Auto beschädigt wurde, sitzt der Schreck natürlich erst einmal tief. Doch umso wichtiger ist es, dass man rasch und besonnen vorgeht. Folgende Schritte werden empfohlen:

1. So schnell wie möglich die Polizei informieren. Eine zeitnahe Anzeige wegen Sachbeschädigung erhöht die Chancen, dass der oder die Täter gefasst werden.

2. Die Schäden dokumentieren. Falls man vorhat, die Versicherung einzuschalten, ist es wichtig, dass der gesamte Vandalismus-Schaden sorgfältig festgehalten wird.

3. Zeitnah reparieren. Lackkratzer, Dellen oder zerbrochene Scheiben sind unschön und mindern den Wert deines Wagens enorm. Außerdem können sie die Fahrsicherheit beeinträchtigen.

Welche Versicherung ist zuständig?

Selbstverständlich trägt der Täter die Schuld an den entstandenen Schäden, demnach muss er oder sie rein rechtlich für die Reparaturkosten aufkommen. Doch die traurige Realität ist: nur die wenigsten Fälle von Vandalismus werden aufgeklärt und noch seltener kommt es zu einer Verurteilung.

Deswegen gilt: Wer Opfer von Vandalismus wurde, muss meist selber in die Tasche greifen oder die eigene Versicherung kontaktieren. Doch welche Versicherung hilft weiter? Leider übernimmt die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung keine Schäden durch Vandalismus. Stattdessen hat man bei der Kfz-Versicherung die besten Chancen.

Teilkasko oder Vollkasko?

Allerdings übernimmt auch die Teilkaskoversicherung nur einige der möglicherweise anfallenden Reparaturkosten: grundsätzlich decken die meisten Teilkaskoversicherungen zwar Brandschäden ab, allerdings nur wenn das Feuer nicht vorsätzlich gelegt wurde. Weitere Vandalismus-Schäden, wie Kratzer oder Dellen werden nicht übernommen.

Mehr Glück hat man in der Regel mit Vollkaskoversicherung viele erstatten im Fall von Vandalismus die Reparaturkosten abzüglich einer zuvor vereinbarten Selbstbeteiligung. Doch auch bei der Vollkasko sind einige Schäden ausgenommen: aufgestochene Reifen beispielsweise werden von keiner Versicherung abgedeckt.

Erhöhung der Versicherungsprämie?

Ein anderer Punkt, den man im Kopf behalten sollte, wenn man überlegt seine Vollkaskoversicherung einzusetzen, ist die drohende Höherstufung. Das funktioniert so: Solange man die Versicherung noch nicht in Anspruch genommen hat, ändert sich am monatlichen Beitrag nichts.

Doch sobald man den ersten Schaden meldet, ändert sich die Schadenfreiheitsklasse. Dann erhöhen sich die monatlichen Beiträge. Zusätzlich zu der Selbstbeteiligung, für die man in jedem Fall aufkommt, muss der Kfz-Halter dann auch in den Folgemonaten tiefer in die Tasche greifen.

Aus diesem Grund sehen viele Autofahrer davon ab, ihre Kfz-Versicherung zu nutzen, wenn ihr Auto durch Vandalismus beschädigt wurde. Wenn man die Reparaturkosten gegen die Selbstbeteiligung und erhöhten Beiträge aufrechnet, lohnt es sich besonders bei kleineren Schäden unter 1000 Euro, die Reparatur selbst zu übernehmen. Weitere Informationen zu diesem Thema findest du hier.

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